Barrierefreie Umbauten - Fördermöglichkeiten

Alters- und behindertengerechtes Wohnen kostet keine Unsummen, erhöht aber die Lebensqualität enorm. Woher die Gelder kommen lesen Sie hier:

Die staatliche Eigenheimzulage wird mit großer Wahrscheinlichkeit zum Ende des Jahres 2005
wegfallen und ist dann nur noch für getätigte Kaufverträge gültig bzw. für nachweislich bis Jahresende eingereichte Bauanträge. Es gibt jedoch zum Glück viele weitere Fördermöglichkeiten, die weniger bekannt sind, aber sehr hilfreich sein können.

Die im Folgenden genannten Fördermöglichkeiten sollen Sie informieren und Ihnen einen Überblick verschaffen. Sie können nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Oft fehlt aber genau dieser Überblick, um weiterfragen zu können und eine Lösung zu finden.



Öffentliche Gelder in der Einzelfallhilfe

Einzelfallhilfe bedeutet, dass ein konkret Betroffener Bedarf anmeldet. Berücksichtigt werden bei der Zuteilung der Behinderungsgrad und die Einkommensgrenzen. Bei der Bedarfsanmeldung müssen die Fristen und Vorgehensweisen nach dem Sozialgesetzbuch (SGBIX) (link) beachtet werden. Das SGB kann von jedem im Internet eingesehen werden.
Im folgenden sollen mögliche Kostenträger vorgestellt werden.



Krankenkassen

Die Krankenkassen übernehmen Kosten für Hilfsmittel, die bei der Abmilderung der Probleme mit der Wohnung und ihrer Ausstattung dienen (§21 SGB). Zu diesen Hilfsmitteln zählen zum Beispiel Körperersatzstücke, Rollstühle oder Haltegriffe. Vorraussetzung ist eine ärztliche Verordnung, die von der Krankenkasse bewilligt werden muss. Die Krankenkasse orientiert sich dabei am Hilfsmittelkatalog. Bei Nichtbewilligung kann Widerspruch eingelegt werden.



Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist für Maßnahmen der Wohnungsanpassung zuständig, wenn dadurch die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert wird (§40 SGBXI). Zu diesen Maßnahmen zählen zum Beispiel festinstallierte Rampen, Verbreiterung von Türen, Entfernen von Türschwellen, Umbauten im Badezimmer und Küchen. Vom Pflegebedürftigen wird ein Eigenanteil in Höhe von 10% der Kosten verlangt, höchstens jedoch 50% seiner monatlichen Einkünfte. Ändert sich die Pflegesituation und werden weitere Maßnahmen notwendig, handelt es sich um eine neue Maßnahme (im Sinne des §40, Abs.4 SGBXI) und ein neuer Antrag kann gestellt werden.



Sozialamt

Das Sozialamt tritt dann ein, wenn Betroffene nicht über ausreichende Mittel verfügen und kein anderer Kostenträger zuständig ist. Dem Antrag sind deshalb sämtliche Unterlagen (Einkommen, Vermögen, Miete, Mietnebenkosten, ärztliche Verordnung…) beizufügen.
Das Sozialamt entscheidet über die Bewilligung, gegen einen ablehnenden Bescheid kann Widerspruch eingelegt werden. Ist der Antrag bewilligt, sieht das Bundessozialhilfegesetz (§39 und 40 BSHG) die „Hilfe bei der Beschaffung und Erhaltung einer Wohnung, die den besonderen Bedürfnissen des Behinderten entspricht“ vor. Hierüber können beispielsweise Umbaumaßnahmen zum Erhalt einer Wohnung finanziert werden.



Wohnungsbauförderung der Bundesländer

Auch die Länder können mitunter im Rahmen von Wohnungsbauförderung helfen. Die Regelungen sind innerhalb der Bundesländer sehr unterschiedlich. Allerdings ist bei diesen Programmen die schwache Finanzlage der Länder zu berücksichtigen, die sich kurzfristig auf solche Beteiligungen negativ auswirken kann.
Daher sollte immer konkret nachgefragt werden, ob die Förderprogramme und die kommunalen Sonderprogramme noch existieren oder verändert wurden.
Ansprechpartner sind hier an erster Stelle immer die Rathäuser der zuständigen Gemeinde und über diese dann die entsprechenden Landrats- oder Liegenschaftsämter.



Kommunale Finanzierungsprogramme

Verschieden Kreise und Gemeinden bieten eigene kommunale Finanzierungsprogramme für Umbau- und Anpassungsmaßnahmen. Diese Programme beinhalten mitunter „Sondertöpfe“ für Umbaumaßnahmen. Art und Höhe der Sonderprogramme sind unterschiedlich und reichen vom Darlehn bis zur vollen Übernahme der Kosten (bei Umbaumassnahmen). Mitunter werden Förderhöchstgrenzen sowie Mindestkosten und –standards für den Umbau festgeschrieben. Ferner kann die Vergabe der Fördermittel an eine längerfristige Belegungsbindung gekoppelt werden.



Arbeitsamt / Integrationsamt sonstige

Je nach Ursache der Beeinträchtigung und Ziel der Umbaumaßnahme kommen eventuell auch Hilfen des Arbeitsamtes / Integrationsamtes, von Unfall- und Rentenversicherungsträgern, Berufgenossenschaften und vielen weiteren in Frage.



So schwierig es die Bürokratie auch macht, können wir jedem Betroffenen nur raten, nicht zu resignieren, sondern zu fragen und zu suchen.
Unser Team von erfahrenen Spezialisten steht Ihnen beratend zur Seite, bitte kontaktieren Sie uns.